Was ist Tinnitus

Tinnitus -
Wenn das Ohr Geräusche macht

Ein plötzliches Geräusch im Ohr, das keine äußere Quelle zu haben scheint - das kennt fast jeder. Meist verschwindet dieses Geräusch jedoch schnell wieder. Falls das nicht der Fall ist, leiden Sie wahrscheinlich unter einem Tinnitus.

Was ist ein Tinnitus?

Bei einem Tinnitus handelt es sich um permanent andauernde Ohrgeräusche. Diese können von jedem Menschen unterschiedlich wahrgenommen werden. Betroffene beschreiben meist ein hohes Pfeifen, Piepen oder Klingeln. Aber auch dunklere Töne wie ein Rauschen, das einem vorbeifahrenden Zug gleicht, können Varianten eines Tinnitus sein. Ein wichtiger Aspekt ist jedoch, dass es sich bei einem Geräusch im Ohr nicht direkt um eine Krankheit handelt. Störende Ohrgeräusche sind Symptome, die auf andere Erkrankungen hindeuten. Diese können nach kürzerer Zeit auch ohne weitere Behandlung wieder abklingen, oder aber schwerwiegenderer Natur sein, was eine Behandlung durch den Arzt unumgänglich macht. Generell unterscheidet man zwei Arten des Tinnitus:

  • Akuter Tinnitus
  • Chronischer Tinnitus
Pfeifen, Rauschen, Klingeln - ein Tinnitus kann für einen Betroffenen zur Qual werden Pfeifen, Rauschen, Klingeln - ein Tinnitus kann für einen Betroffenen zur Qual werden

Akuter Tinnitus

Von einem akuten Tinnitus spricht man in der Regel, wenn die anhaltenden Ohrgeräusche nicht länger als drei Monate andauern. Häufig treten diese Geräusche im Ohr in Kombination mit anderen Ohrerkrankungen wie Entzündungen oder starker Lärmbelastung auf. Die Chancen auf eine vollständige Heilung der Ohrgeräusche sind innerhalb dieser drei Monate am größten. Außerdem gilt bei einer akuten Erkrankung immer: Je früher Sie den Arzt aufsuchen, desto besser!

Chronischer Tinnitus

Von einem chronischen Tinnitus ist die Rede, wenn die unangenehmen Ohrgeräusche auch nach drei Monaten noch anhalten. Nach diesem Zeitraum ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Geräusche im Ohr in absehbarer Zeit wieder verschwinden, relativ gering. Jedoch bedeutet chronisch nicht, dass diese ein Leben lang täglicher, unangenehmer Begleiter bleiben. 30 Prozent aller Betroffenen verlieren auch Ihren chronischen Tinnitus innerhalb von fünf bis zehn Jahren. Aber auch bei einem dauerhaft bestehenden Tinnitus ist das Ohrgeräusch nicht für alle Menschen eine unaushaltbare Belastung. Viele betroffene Menschen vernehmen zwar ein dauerhaftes Geräusch im Ohr, geben jedoch an keinerlei Leidensruck deshalb zu verspüren.

Ursachen des Tinnitus

Die Ursachen für einen Tinnitus können äußerst vielfältig sein. Jedoch ist hier zuallererst abzuklären, ob es sich bei den Symptomen um einen objektiven oder subjektiven Tinnitus handelt. Bei einem objektiven Tinnitus, kann der Arzt im Körperinneren eine tatsächliche Schallquelle ausfindig machen. So kann das rauschende Ohrgeräusch beispielsweise aus Strömungen in Blutgefäßen herrühren. Bei einem subjektiven Tinnitus lässt sich jedoch kein physischer Auslöser feststellen. Diese Geräusche sind lediglich vom Patienten selbst wahrnehmbar und ihnen liegt keinerlei Geräuschquelle zugrunde.

Tinnitus kann unter anderem durch Funktionsstörungen im Mittelohr ausgelöst werden Tinnitus kann unter anderem durch Funktionsstörungen im Mittelohr ausgelöst werden

Ursachen für subjektiven Tinnitus

Es gibt viele Ursachen, aus denen ein subjektiver Tinnitus entstehen kann. Einige davon sind:

  • Schalltrauma
  • Altersschwerhörigkeit
  • Herz- Kreislauferkrankungen
  • Hörsturz
  • Stress

Ursachen für objektiven Tinnitus

Ohrgeräusche, die durch physische Veränderungen im inneren des Ohrs entstehen, können sich bei einer Untersuchung beim HNO Arzt als folgende Erkrankungen herausstellen:

  • Missbildungen der Gefäße
  • Tumore im Ohr
  • Blutschwämme

Behandlung von Tinnitus

Da die Ursachen eines Tinnitus äußerst vielfältig sind, ist auch die Behandlung immer unterschiedlich. Zu allererst sollte jedoch immer eine Untersuchung beim HNO Arzt vorgenommen werden, damit die Ursache der Geräusche im Ohr genau diagnostiziert werden kann. Besonders wichtig ist es, den HNO Arzt direkt beim ersten Auftreten von Ohrensausen zu kontaktieren. Je früher ein Tinnitus behandelt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser auch zeitnah wieder verschwindet.

Behandlung von akutem Tinnitus

Da akute Ohrgeräusche oftmals körperliche Ursachen haben, können Medikamente oft schnell helfen. So wird beispielsweise im Falle einer Mittelohrentzündung Antibiotika gegeben, oder blutverdünnende Medikamente und Infusionen bei einem Hörsturz. Bei schwereren Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Otosklerose ist eine Operation leider unumgänglich.

Weitere, wichtige Punkte sind Entspannung und Stressabbau. Da Stress und psychische Belastungen häufige Auslöser für einen akuten Tinnitus sind, ist die Betrachtung der aktuellen Situation des Betroffenen unerlässlich. Insbesondere die beruflichen und privaten Belastungsfaktoren sollten überdacht und verändert werden, damit sich die Behandlungschancen für einen Tinnitus verbessern. Im Zuge dessen, ist besonders auf eine gesunde Schlafhygiene zu achten. Gerade in stresserfüllten Lebensabschnitten ist es besonders wichtig, dass der Körper genug Zeit hat sich zu regenerieren und neue Energie zu tanken. Der Tinnitus sorgt jedoch häufig dafür, dass Betroffene große Probleme beim Einschlafen haben, was zu erneuter Belastung führt. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten diesen Teufelskreis durchbrechen und vor dem Entspannungsübungen durchführen, um einen erholsamen Schlaf zu gewährleisten.

Behandlung von chronischem Tinnitus

Bei einem chronischen Tinnitus liegt der Fokus weniger darauf störende Ohrgeräusche loszuwerden, sondern viel mehr darauf, den Tinnitus weniger wahrzunehmen und ein erfülltes, uneingeschränktes Leben zu führen. Ein neues Behandlungskonzept dafür ist die Neurootologisch-psychosomatische Tinnitus Therapie. Diese ist ein Modell, bei dem die Behandlung auf physischer wie auf psychischer Ebene gleichermaßen erfolgt. Hierbei arbeiten Arzt, Physio- und Psychotherapeut, sowie Hörgeräteakustiker eng zusammen, um dem Patienten mit breitgefächerten Therapieansätzen den Umgang mit dem andauernden Ohrgeräusch zu erleichtern.

Doch nicht nur ein Arzt mit schulmedizinischer Ausbildung kann Erleichterung schaffen. Auch alternative Heilmethoden haben bei einigen Patienten schon Erfolge erzielt. Ein beliebtes Verfahren ist unter anderem die Akupunktur. Diese kann dazu beitragen die Ohrgeräusche zu mindern. Bei Schlafstörungen oder schlechter Konzentrationsfähigkeit kann Akupunktur bei manchen Patienten durchaus zu Erleichterung zu verhelfen. Desweitern werden verschiedene alternative Heilverfahren im Bereich der Homöopathie, Osteopathie oder der traditionellen chinesischen Medizin angeboten. Wichtig bei der Behandlung durch Alternativmedizinier ist allerdings, dass Sie sich vorher gründlich über die Qualifizierung uns Seriosität informieren. Außerdem ersetzten alternative Heilmethoden keineswegs eine schulmedizinische Untersuchung durch den HNO Arzt und eine gegebenenfalls notwendige Behandlung der Ohrgeräusche.

Tinnitus vorbeugen

Da ein Tinnitus unterschiedlichste Auslöser hat, gibt es keine Prophylaxe, die das Auftreten unangenehmer Ohrgeräusche zu 100 Prozent verhindert. Dennoch können einige Maßnahmen getroffen werden, um das Risiko eines Tinnitus zu verringern. Vermeiden Sie das längere Hören von lauter Musik und tragen Sie einen Gehörschutz in lauter Umgebung, damit Ihr Gehör nicht dauerhaft belastet wird und somit Funktionsstörungen z vermieden werden. Auch eine generell gesunde Lebensführung kann einem Tinnitus vorbeugen. Da es sich bei Ohrgeräuschen um Symptome und nicht um eine Krankheit handelt, sollten zur Vorbeugung Maßnahmen ergriffen werden, die Krankheiten mit der Begleiterscheinung Tinnitus verhindern. Schützen Sie also Ihre Ohren vor Entzündungen indem Sie Erkältungen und Infektionen, aus denen Ohr-Entzündungen häufig hervorgehen, vorbeugen. Vermeiden Sie außerdem den Konsum von Tabak, da Rauchen maßgeblich die Gefäße verengt und somit die Durchblutung erheblich beeinträchtigt. Einer der wichtigsten Punkte um einen Tinnitus zu vermeiden ist jedoch schlichtweg die Vermeidung von unnötigem Stress und Belastungen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Körper sich regelmäßig erholen und regenerieren kann. Legen Sie Wert auf ausreichend erholsamen Schlaf und absolvieren Sie bei überdurchschnittlicher Stressbelastung Entspannungsübungen

Ein Gehörschutz hilft, das Risiko eines Tinnitus zu reduzieren Ein Gehörschutz hilft, das Risiko eines Tinnitus zu reduzieren

Wie Hörgeräte bei Tinnitus helfen

Da 50 Prozent aller Betroffenen gleichzeitig mit dem Tinnitus einen Hörverlust erleiden, kann die Behandlung mittels Hörgerät immens zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Mit Hilfe der Hörgeräte kann dieser Hörverlust ausgeglichen werden, was bedeutet, dass sämtliche Geräusche der Umgebung viel besser wahrgenommen werden können. Dies führt dazu, dass die eigenen Geräusche im Ohr weniger laut und präsent sind. Aufgrund dessen wird der Leidensdruck für die Betroffenen erheblich gemindert und sie erfahren damit eine völlig neue Lebensqualität. Falls die Belastung durch den Tinnitus allerdings dennoch zu stark ist, wurden für diese Menschen Hörgeräte mit einer speziellen Noiser-Funktion entwickelt. Diese Hörgeräte kompensieren die störenden, unangenehmen Geräusche im Ohr mit angenehmen Tönen. Diese können von den Betroffenen nach individuellem Geschmack auswählt und einstellt werden. Das Gehirn konzentriert sich somit auf die besonders angenehmen Töne der Hörgeräte, was die Nervenbahn, die die Höreindrücke weiterleitet, sanft beruhigt. Außerdem sind die Ohrgeräusche aufgrund des angenehmen Nebengeräusches weniger dominant und werden deshalb von betroffenen Menschen weniger stark wahrgenommen oder gar ganz überhört.


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