Hörrohr

Das Hörrohr – der antike und mechanische Vorläufer des Hörgerätes

Wenn wir etwas nicht richtig hören können, tendieren wir dazu, eine Hand hinter das Ohr zu halten um die Hörmuschel so zu erweitern. Grund dafür sind Ansätze des sogenannten Richtungshören und der Störschallunterdrückung. Diese Maßnahme kann tatsächlich zu einer geringen Verbesserung der Hörfähigkeit führen – allerdings nur vorübergehend.

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Das Schwerhörigkeit im Alter und durch Verletzungen den Menschen schon immer begleitet haben, ist bekannt. Aus diesem Grund überrascht es auch nicht, dass es bereits im zweiten Jahrhundert nach Christus erste Erwähnungen über ein Hilfsmittel für Schwerhörige gibt.

Die uns bekannte Form des Hörrohrs aus Eisenblech, Silber, Holz oder Tierhörnern taucht erstmals 1624 in einem Schriftstück eines jesuitischen Mönches auf. Als Erfinder der plastischen Hörhilfe galt allerdings sehr lange Zeit der deutsche Erfinder Athanasius Kircher, der 1650 seine Hörhilfe der Öffentlichkeit präsentierte. Die Funktionsweise ist dabei immer die Gleiche – ob in der Antike oder im 17. Jahrhundert. Die auch als Hörmaschinen bekannten röhren- oder trichterförmigen Geräte sammeln die Schallwellen und leiten diese in den äußeren Gehörgang weiter.

Zu den bekanntesten Nutzern der frühen Hörhilfe zählt zweifellos Ludwig van Beethoven, der sich wegen seiner zunehmenden Schwerhörigkeit von 1812 bis 1814 zahllose Hörrohre vom Mechaniker und Erfinder Johann Nepomuk Mälzel fertigen ließ. Von den konturierten Hörmaschinen sind vier bis heute erhalten geblieben und werden im Beethoven-Haus in Bonn ausgestellt. Als Dank für seine Hilfe schrieb Beethoven Mälzel ein Stück für dessen Panharmonikon – ein mechanisches Musikinstrument, dass alle Instrumente einer Militärkapelle in sich vereinte.

Das klassische Hörrohr diente als Inspiration und konnte nach einigen Abwandlungen von einem französischen Arzt, René Laënnec, zum Abhören von Herztönen verwendet werden. Dieses Instrument wurde unter dem Namen Stethoskop bekannt.

Trotz der rasanten Entwicklung in der Technik der dank der Erfindung der Elektrizität ab 1876 Einzug hielt, wurde die Produktion der Hörrohre erst 1963 endgültig eingestellt. Nachdem es möglich war, Sprache in elektrische Impulse umzusetzen und diese zur gleichen Zeit auch zu übertragen erschlossen sich völlig neue Möglichkeiten und bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhundert kam das erste Hinter-dem-Ohr-Gerät auf den Markt.