Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven -
das gehörlose Musikgenie

Mit seinen Kompositionen hat sich Ludwig van Beethoven einen Namen gemacht - "Für Elise" oder die "Ode an die Freude" aus dem letzten Satz der Neunten Symphonie, in einer abgeänderten Fassung bekannt als die Melodie der Europahymne - auch heute noch ist das Musikgenie unvergessen.

Was die meisten Menschen allerdings nicht wissen und was seine Kompositionen noch unglaublicher macht: Beethoven litt seit seinem 27 Lebensjahr an zunehmender Schwerhörigkeit und war mit 48 Jahren bereits vollkommen gehörlos.

Ein musikalisches Wunderkind

Ludwig van Beethoven wurde im Dezember 1770 in Bonn geboren. Sein Vater und sein Großvater waren beide Musiker, der Großvater bekleidete eine Stelle als Hofkapellmeister. Schon früh lernte das Kind Violine, Orgel und Klavier. Bereits mit 12 Jahren gab Ludwig Konzerte und brachte eigene Kompositionen heraus. Später wurde er Mitglied der Hofkapelle und wurde dort zum zweiten Hoforganisten ernannt.

Von einem geplanten Aufenthalt in Wien, wahrscheinlich um dort Unterricht bei Mozart zu nehmen, musste Beethoven vorzeitig zurückkehren - nach dem Tod seiner Mutter übernahm er die Versorgung seiner beiden jüngeren Brüder und kümmerte sich um seinen alkoholabhängigen Vater. Später zog es ihn wieder nach Wien, wo er unter anderem Schüler von Antonio Salieri und Joseph Haydn war. Er trat in verschiedenen Adelshäusern auf und erspielte sich dort viele Unterstützer.

Gehörlos und doch ein musikalisches Genie: Der Komponist Ludwig van Beethoven Gehörlos und doch ein musikalisches Genie: Der Komponist Ludwig van Beethoven
Auch die damals besten Hörrohre konnten die Gehörlosigkeit Beethovens nicht beheben Auch die damals besten Hörrohre konnten die Gehörlosigkeit Beethovens nicht beheben

"Das Beste, an dein Übel nicht zu denken, ist Beschäftigung" - Ludwig van Beethoven

Die Wiener Jahre gehören zu den produktivsten seines Schaffens, hier komponierte er die meisten seiner heute noch berühmten Werke. Insgesamt umfasst sein Werk mehr als 650 Kompositionen. Seine Ideen während des Komponierens schrieb er meist auf - nach seinem Tod hinterließ er 70 Skizzenbücher.

Seine zunehmende Gehörlosigkeit machte Beethovens Leben allerdings nicht einfach. Obwohl er trotzdem weiterkomponierte, konnte er viele seiner späteren Werke selbst nicht mehr hören. Seine Hörprobleme machten ihn zu einem zunehmend schwierigen Menschen, der sich immer mehr aus der Gesellschaft zurückzog.

Das Heiligenstädter Testament

Bereits 1802 schrieb Beethoven das "Heiligenstädter Testament", ein Brief an seine beiden Brüder Kaspar Karl und Johann. Beethoven befand sich auf Kur in Heiligenstadt, um dort seine Magenbeschwerden behandeln zu lassen. Der Anlass für die Niederschrift des Testaments war Beethovens Sorge um seine nachlassende Hörfähigkeit und die Befürchtung, dass er bald sterben werde. In dem Dokument entschuldigte er sich für sein oft feindseliges Verhalten im Umgang mit seinen Mitmenschen, ausgelöst durch seine Taubheit, durch die er sich oft sehr einsam und ausgeschlossen fühlte. Beethoven schickte das Testament allerdings nie ab. Erst allerdings nach seinem Tode tauchte das Dokument in seinem Nachlass auf.

Ludwig van Beethoven starb am 26. März 1827 zurückgezogen in Wien.

Trotz schwerster Beeinträchtigung umfasst Beethovens Werk mehr als 650 Kompositionen Trotz schwerster Beeinträchtigung umfasst Beethovens Werk mehr als 650 Kompositionen

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